Was macht der Onkologe? Aufgaben und Ausbildung im Überblick

Veröffentlicht am 27.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Ein Onkologe ist ein Facharzt für Innere Medizin, der sich auf die Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert hat. Er begleitet Betroffene von der Früherkennung über die Therapie bis zur Nachsorge.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Onkologe diagnostiziert und behandelt bösartige Tumorerkrankungen.
  • Die Facharztausbildung dauert sechs Jahre nach dem Medizinstudium.
  • Zu den Aufgaben zählen Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Nachsorge.
  • Onkologen arbeiten eng mit Chirurgie, Strahlentherapie und Pathologie zusammen.

Was ist ein Onkologe?

Ein Onkologe ist ein Facharzt, der sich innerhalb der Inneren Medizin auf die Lehre von den Tumoren spezialisiert hat. Die Onkologie befasst sich mit Entstehung, Verlauf und Behandlung von Krebserkrankungen. Onkologinnen und Onkologen arbeiten in Kliniken, onkologischen Praxen und Forschungseinrichtungen und betreuen Patientinnen und Patienten häufig über Jahre hinweg, teilweise über den gesamten Verlauf einer chronischen Erkrankung.

Ausbildung zum Onkologen

Nach dem Medizinstudium durchlaufen angehende Onkologen eine sechsjährige Facharztausbildung. Diese umfasst in der Regel 36 Monate in der Inneren Medizin sowie weitere 36 Monate im Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, ergänzt um Stationen in Intensivmedizin und Labordiagnostik. Viele Fachärzte erweitern ihre Qualifikation zusätzlich in Bereichen wie Palliativmedizin, klinischer Studienführung, Ernährungsmedizin oder Psychoonkologie, um Patientinnen und Patienten noch umfassender begleiten zu können.

Kurzantwort: Ein Onkologe ist ein Facharzt für Tumorerkrankungen mit sechsjähriger Weiterbildung nach dem Medizinstudium.

Aufgaben im Klinikalltag

Die Aufgaben eines Onkologen lassen sich grob in vier Bereiche einteilen. Bei der Prävention gehören Früherkennungsuntersuchungen und die Beratung zu Risikofaktoren wie Rauchen dazu. In der Diagnostik führen Onkologen Anamnesegespräche, werten bildgebende Verfahren aus und beurteilen Laborwerte. Bei der Therapie planen sie Behandlungen wie Operationen, Bestrahlung oder Chemotherapie und begleiten den gesamten Behandlungsverlauf. In der Nachsorge kontrollieren sie regelmäßig, ob die Erkrankung zurückkehrt, und passen die Betreuung entsprechend an. Neben der medizinischen Behandlung übernehmen Onkologen häufig auch eine koordinierende Rolle, weil an der Betreuung eines einzelnen Patienten oft mehrere Fachrichtungen gleichzeitig beteiligt sind. Sie sprechen sich dafür regelmäßig mit Radiologie, Pathologie und Pflegepersonal ab und stimmen den Behandlungsplan fortlaufend auf neue Untersuchungsergebnisse ab.

Welche Diagnosemethoden nutzen Onkologen?

Für die Diagnose setzen Onkologen verschiedene Verfahren ein. Dazu zählen Biopsien, bei denen Gewebeproben entnommen und mikroskopisch untersucht werden, sowie bildgebende Verfahren wie Computertomografie, Magnetresonanztomografie, Ultraschall und Röntgen. Bei Verdacht auf Darmkrebs gehört zusätzlich die Darmspiegelung zum Untersuchungsspektrum. Moderne molekulare Diagnostik ermöglicht es außerdem, genetische Veränderungen in Krebszellen gezielt nachzuweisen und die Therapie darauf abzustimmen. Diese präzisen Verfahren erlauben es, Tumoren heute deutlich genauer einzuordnen als noch vor wenigen Jahrzehnten, was die Auswahl passender Therapien im klinischen Alltag erheblich verbessert hat.

Welche Behandlungsmethoden kommen zum Einsatz?

Zu den wichtigsten Behandlungsformen zählen die operative Entfernung von Tumoren, Strahlentherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Therapien, Immuntherapie sowie in bestimmten Fällen eine Hormontherapie oder Stammzelltransplantation. Welche Kombination aus diesen Methoden zum Einsatz kommt, entscheidet der behandelnde Onkologe gemeinsam mit einem interdisziplinären Team aus Chirurgie, Strahlentherapie und Pathologie individuell für jede Patientin und jeden Patienten. Solche Entscheidungen werden häufig in sogenannten Tumorkonferenzen getroffen, bei denen Fachleute unterschiedlicher Disziplinen gemeinsam den besten Behandlungsweg für einen konkreten Fall festlegen. Dieses Vorgehen soll sicherstellen, dass keine relevante Therapieoption übersehen wird.

Kurzantwort: Onkologen kombinieren Operation, Bestrahlung, Chemotherapie und neuere Verfahren wie Immuntherapie je nach individuellem Krankheitsbild.

Wann sollte man einen Onkologen aufsuchen?

Der Weg zum Onkologen führt in der Regel über eine Überweisung durch die Hausärztin oder den Hausarzt, etwa nach auffälligen Befunden bei Vorsorgeuntersuchungen oder unklaren Beschwerden. Auch nach einer Krebsdiagnose in einem anderen Fachbereich übernimmt anschließend meist ein Onkologe die weitere Betreuung. Für die Behandlung entscheidender Fragen zur eigenen Erkrankung bleibt in jedem Fall der persönliche Kontakt zur behandelnden Fachärztin oder zum Facharzt der richtige Weg. Wer unklare Symptome über einen längeren Zeitraum bemerkt, etwa unerklärlichen Gewichtsverlust oder anhaltende Erschöpfung, sollte diese frühzeitig ärztlich abklären lassen, statt lange abzuwarten.

Fazit

Ein Onkologe ist ein spezialisierter Facharzt, der Krebserkrankungen von der Früherkennung bis zur Nachsorge begleitet. Die sechsjährige Facharztausbildung vermittelt breites Wissen in Diagnostik und Therapie, das interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen ergänzt. Wer einen konkreten Verdacht oder eine Diagnose hat, sollte sich direkt an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Onkologie wenden. Die enge Abstimmung zwischen verschiedenen Fachrichtungen sorgt dabei dafür, dass Betroffene über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg gut begleitet werden.

FAQ – Häufige Fragen

Was macht ein Onkologe genau?

Er diagnostiziert und behandelt Tumorerkrankungen und begleitet Betroffene über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Onkologen?

Nach dem Medizinstudium folgt eine sechsjährige Facharztweiterbildung mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie.

Welche Untersuchungen führt ein Onkologe durch?

Dazu zählen Biopsien, bildgebende Verfahren wie CT und MRT sowie molekulare Diagnostik der Tumorzellen.

Welche Behandlungen bietet ein Onkologe an?

Er koordiniert Operationen, Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie und weitere Verfahren je nach Krankheitsbild.

Wann sollte man zu einem Onkologen überwiesen werden?

In der Regel geschieht dies nach auffälligen Befunden bei Vorsorgeuntersuchungen oder nach einer Krebsdiagnose in einem anderen Fachbereich.

Arbeitet ein Onkologe allein oder im Team?

Onkologen arbeiten meist interdisziplinär mit Chirurgie, Strahlentherapie, Pathologie und weiteren Fachrichtungen zusammen.

Was ist der Unterschied zwischen Onkologie und Hämatologie?

Hämatologie befasst sich mit Bluterkrankungen, wird aber in Deutschland häufig gemeinsam mit der Onkologie als ein Facharztschwerpunkt ausgebildet.

Kümmert sich ein Onkologe auch um die Nachsorge?

Ja, regelmäßige Kontrolluntersuchungen zur Früherkennung eines Rückfalls gehören über Jahre hinweg zu seinen festen Aufgaben.

Behandelt ein Onkologe auch die psychische Belastung von Patienten?

Viele Onkologen bieten begleitend psychologische Unterstützung an oder arbeiten mit Psychoonkologinnen und Psychoonkologen zusammen.

Kann man direkt einen Onkologen aufsuchen?

Meist erfolgt der Kontakt über eine Überweisung der Hausarztpraxis, in dringenden Fällen ist auch ein direkter Termin möglich.

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Quellen

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