Hamza Bendelladj Todesursache: Warum der Hacker lebt und woher die Gerüchte stammen

Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion · Lesezeit: 10 Minuten

Für einen Tod von Hamza Bendelladj gibt es keinen Beleg. Der algerische Hacker wurde 2016 in den USA zu 15 Jahren Haft verurteilt, verbüßte seine Strafe und kehrte 2024 nach Algerien zurück. Die kursierenden Meldungen über eine Hinrichtung und eine geheime Todesursache gehen auf ein falsch zugeordnetes Foto zurück, das Faktenchecker seit Jahren widerlegen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein Tod belegt: Weder Behörden noch Nachrichtenagenturen haben je einen Todesfall gemeldet.
  • Urteil: Am 20. April 2016 verhängte ein Bundesgericht in Atlanta 15 Jahre Haft und drei Jahre Führungsaufsicht.
  • Freilassung: Die US-Gefängnisbehörde führte den 6. Juli 2024 als Entlassungstermin. Im Herbst 2024 meldete er sich aus Algerien.
  • Offen: In Frankreich läuft ein Berufungsverfahren zur Erpressungssoftware PyLocky. Der Termin liegt im Januar 2027.

Lebt Hamza Bendelladj? Die belegte Faktenlage

Die öffentlich zugänglichen Quellen zeichnen ein eindeutiges Bild. Das US-Faktencheckportal PolitiFact prüfte die Gerüchte im Mai 2024. Die Redaktion fand Bendelladj in der Insassendatenbank der US-Gefängnisbehörde. Er saß zu diesem Zeitpunkt in einer Haftanstalt in San Pedro in Kalifornien. Als voraussichtliches Entlassungsdatum stand dort der 6. Juli 2024.

Auch danach fehlt jede Todesmeldung. Keine Nachrichtenagentur berichtete über einen Todesfall. Algerische Medien meldeten stattdessen im Herbst 2024 seine Rückkehr in die Heimat. Er selbst veröffentlichte dazu ein Bild an Bord eines Flugzeugs. Im September 2025 verhandelte ein Pariser Gericht gegen ihn. Bendelladj war per Videokonferenz aus Algerien zugeschaltet. Diese Termine belegen, dass er lebt.

Die Suchanfrage nach einer Todesursache läuft damit ins Leere. Es gibt keinen Totenschein, keine Traueranzeige und keine Erklärung von Angehörigen. Wer nach einer Diagnose oder einem Sterbedatum sucht, findet ausschließlich Weitererzählungen aus sozialen Netzwerken.

Kurzantwort: Für einen Tod von Hamza Bendelladj existiert kein Beleg. Er verbüßte seine Strafe in den USA, kam im Sommer 2024 frei und lebt seither wieder in Algerien.

Wer Hamza Bendelladj ist: Vom Informatikstudenten zum gesuchten Hacker

Hamza Bendelladj kam am 3. Juni 1988 in Algerien zur Welt. Er studierte Informatik und galt früh als begabter Programmierer. In einschlägigen Foren bewegte er sich unter dem Kürzel „BX1“. Dort handelten Kriminelle mit Schadprogrammen, Zugangsdaten und gestohlenen Kartennummern.

Seinen Spitznamen verdankt er einem einzigen Bild. Bei der Vorführung nach seiner Festnahme lächelte er in die Kameras. Seither nennen ihn Medien den „lächelnden Hacker“. Das Foto ging um die Welt und machte ihn weit über Nordafrika hinaus bekannt.

In Algerien wurde er für einen Teil der Öffentlichkeit zur Projektionsfläche. Erzählungen von einem digitalen Robin Hood verbreiteten sich schnell. Die Gerichtsakten stützen diese Deutung nicht. Sie beschreiben ein Geschäftsmodell mit Schadsoftware, Kunden und Preisen.

SpyEye: Was die Schadsoftware anrichtete

SpyEye war ein Banking-Trojaner. Das Programm nistete sich unbemerkt auf Windows-Rechnern ein. Es las Zugangsdaten fürs Onlinebanking mit, dazu Kreditkartennummern und weitere persönliche Angaben. Zwischen 2010 und 2012 galt SpyEye als führendes Werkzeug dieser Art. Es trat die Nachfolge des älteren Trojaners Zeus an und machte den Datendiebstahl auch für technisch schwache Täter beherrschbar.

Die US-Ermittler nannten große Zahlen. Nach ihren Angaben infizierte die Software mehr als 50 Millionen Rechner weltweit. Den Schaden für Privatleute und Finanzinstitute bezifferten sie auf annähernd eine Milliarde Dollar. Bendelladj betrieb zusätzlich ein eigenes Botnetz. Ermittler ordneten ihm daraus rund 200.000 erbeutete Kreditkartennummern zu.

Den Kern der Software entwickelte der Russe Aleksandr Panin. Bendelladj half beim Ausbau, beim Testen und beim Vertrieb. Später zerstritten sich die beiden. Bendelladj veröffentlichte den Quellcode im Netz. Damit zerstörte er Panins Geschäft mit zahlenden Kunden.

Der Fall veränderte die Arbeit der Ermittler. Das FBI stimmte sich für die Festnahme mit Behörden in mehreren Ländern ab. Banken tauschten danach Erkenntnisse über Schadsoftware schneller aus. Sicherheitsfirmen bauten ihre Analyse von Botnetzen aus. Diese Wirkung des Falls bestreitet niemand.

Festnahme in Bangkok und das Urteil von Atlanta

Am 7. Januar 2013 endete seine Flucht. Bendelladj war auf der Durchreise, thailändische Beamte nahmen ihn am Flughafen von Bangkok fest. Die US-Behörden hatten ihn zuvor international zur Fahndung ausgeschrieben. Nach der Auslieferung begann in Atlanta im Bundesstaat Georgia das Verfahren.

Am 25. Juni 2015 legte er ein Geständnis ab. Er räumte die Verschwörung zum Überweisungs- und Bankbetrug ein. Dazu kamen zehn Fälle von Überweisungsbetrug sowie zwölf Anklagepunkte rund um Computerbetrug. Ein Prozess mit Zeugen entfiel dadurch.

Am 20. April 2016 verkündete Richterin Amy Totenberg das Strafmaß. Sie verhängte 15 Jahre Haft und drei Jahre Führungsaufsicht. Panin erhielt neuneinhalb Jahre. Zusammen ergaben beide Urteile 24 Jahre. Eine Todesstrafe stand zu keinem Zeitpunkt im Raum.

Woher die Hinrichtungsgerüchte stammen

Die Erzählung vom hingerichteten Hacker kursiert seit 2015. Sie folgt immer demselben Muster. Bendelladj soll Hunderte Banken bestohlen und das Geld nach Afrika und Palästina gespendet haben. Anschließend soll ihn ein US-Gericht zum Tode verurteilt und hingerichtet haben. Als angeblicher Beweis dient das Foto eines Mannes mit einer Schlinge um den Hals.

Dieses Foto zeigt eine andere Person. Faktenchecker identifizierten den Iraner Majid Kavousifar. Er wurde 2007 in Teheran öffentlich hingerichtet. Mit dem Fall Bendelladj hat das Bild nichts zu tun. Mehrere unabhängige Prüfstellen kamen zum selben Ergebnis, darunter PolitiFact, Africa Check und Factly.

Auch der juristische Kern der Geschichte trägt nicht. Computerdelikte gelten im US-Bundesrecht nicht als Kapitalverbrechen. Der US-Botschafter in Algier stellte genau das öffentlich klar, als die Gerüchte über eine Todesstrafe hochkochten. Die Spendenerzählung findet in den Gerichtsakten ebenfalls keine Stütze. Die thailändische Polizei erklärte damals, er habe das Geld für Reisen und einen aufwendigen Lebensstil ausgegeben.

Die Geschichte hält sich trotzdem. Sie funktioniert emotional, sie ist kurz und sie passt auf ein einziges Bild. Jedes Jahr tauchen neue Beiträge damit auf, oft auf Videoplattformen und in arabischsprachigen Netzwerken. Faktenchecks erreichen selten dieselbe Reichweite wie der ursprüngliche Beitrag.

Ein zweiter Grund liegt in den Übersetzungen. Der Stoff wanderte aus englischen und arabischen Beiträgen in französische Seiten, danach in deutsche. Bei jedem Schritt ging ein Teil des Zusammenhangs verloren. Aus einem Gerücht über eine drohende Todesstrafe wurde eine vollzogene Hinrichtung. Am Ende stand die Frage nach einer Todesursache.

Gesundheitszustand: Was wirklich bekannt ist

Wer eine Todesursache sucht, will meist von einer Krankheit lesen. Öffentliche Angaben dazu fehlen. Weder Bendelladj selbst noch seine Anwälte haben je eine Diagnose bekannt gemacht. Die US-Gefängnisbehörde veröffentlicht Gesundheitsdaten von Insassen grundsätzlich nicht. Auch algerische Medien berichteten nach seiner Rückkehr über keine Erkrankung.

Behauptungen über Herzprobleme oder eine verweigerte Behandlung im Gefängnis lassen sich nirgends nachprüfen. Keine Untersuchungskommission befasste sich mit seinem Fall. Auch eine Klage gegen die Haftanstalt wurde nie bekannt. Die Redaktion führt diese Punkte deshalb als unbelegt.

Belegt ist nur sein öffentliches Auftreten. Er nahm im September 2025 per Videokonferenz an einer Verhandlung in Paris teil. Davor und danach meldete er sich in sozialen Netzwerken. Mehr lässt sich zu seinem Zustand seriös nicht sagen.

Kurzantwort: Eine Todesursache lässt sich nicht nennen, weil kein Todesfall vorliegt. Auch zu Krankheiten von Hamza Bendelladj gibt es keine offiziellen Angaben.

Haftende 2024 und Rückkehr nach Algerien

Bendelladj verbüßte den Großteil der Strafe in US-Bundesgefängnissen. Zuletzt führte ihn die Behörde in der Anstalt Terminal Island bei Los Angeles. Die Untersuchungshaft seit 2013 rechnete das Gericht an. Dazu kamen übliche Abschläge für Führung und Programme. So stand im Frühjahr 2024 der 6. Juli 2024 als Entlassungstermin in der Datenbank.

Im Herbst 2024 meldeten algerische Medien seine Rückkehr. Er veröffentlichte ein Foto an Bord eines Flugzeugs mit algerischer Flagge. In sozialen Netzwerken bekam er viel Zuspruch. Seine Verteidiger bestätigten später, dass er im Dezember 2024 seinen algerischen Reisepass zurückerhielt.

Über sein heutiges Berufsleben ist wenig gesichert. Interviews mit belastbaren Angaben fehlen. Französische Medien berichteten über Pläne für eine Verfilmung seiner Geschichte. Eine Bestätigung der beteiligten Firmen liegt nicht vor. Solche Berichte gehören zu den Gerüchten, nicht zu den Fakten.

Der PyLocky-Prozess in Frankreich: Stand September 2026

Ein zweites Verfahren läuft in Frankreich. Der Vorwurf betrifft die Erpressungssoftware PyLocky aus dem Sommer 2018. Französische Ermittler ordnen die Angriffe auf französische Unternehmen Bendelladj zu. Er soll sie aus einer US-Haftanstalt gesteuert haben. Er bestreitet den Vorwurf.

2023 sprach ihn ein Pariser Gericht in erster Instanz frei. Grund war ein Formfehler in der Ladung. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein. Am 9. September 2025 begann die Verhandlung vor dem Pariser Berufungsgericht. Nach rund zwei Stunden vertagte das Gericht erneut. Streitpunkt war die Besetzung der Verteidigung.

Der neue Termin liegt im Januar 2027. Bendelladj verfolgte die Verhandlung per Videokonferenz aus Algerien. Ein französisches Visum für die persönliche Teilnahme erhielt er nach Angaben seiner Anwälte nicht. Bis zu einer Entscheidung gilt für ihn die Unschuldsvermutung. Auch dieser Termin zeigt: Die Justiz behandelt ihn als lebende Person.

Transparenzhinweis zur früheren Fassung dieses Artikels

Eine frühere Version dieses Textes beschrieb Bendelladj als verstorben. Sie sprach von unklaren Umständen, von Herz-Kreislauf-Problemen und von Zweifeln an der medizinischen Versorgung im Gefängnis. Für keine dieser Angaben existiert eine Quelle. Die Redaktion hat den Artikel im September 2026 vollständig geprüft und korrigiert.

Die alten Aussagen bleiben hier eingeordnet stehen, weil viele Leser genau danach suchen. Die Passagen zur Todesursache waren unbelegt. Die Vermutungen über eine mangelhafte Gesundheitsversorgung stützten sich auf keine offizielle Untersuchung. Sie werden hiermit ausdrücklich zurückgenommen.

Ein Teil des alten Textes bleibt sachlich richtig. Der Fall SpyEye zwang Banken und Softwarehäuser dazu, ihre Schutzmaßnahmen zu überarbeiten. Auch die Beobachtung stimmt, dass die Sicherheitsszene Bendelladj bis heute widersprüchlich bewertet. Für die einen steht er als Warnung, für die anderen als Symbolfigur.

Falschmeldungen über angebliche Todesfälle halten sich hartnäckig. Bekannte Namen trifft es dabei besonders oft. Der Schlagerstar Andy Borg wurde in sozialen Netzwerken bereits mehrfach für tot erklärt. Dasselbe Muster zeigt der Fall Wolfgang Petry. Auch rund um Semino Rossi kursierten erfundene Todesanzeigen.

Fazit

Die Frage nach der Todesursache von Hamza Bendelladj hat keine Antwort, weil sie auf einer falschen Annahme beruht. Belegt sind eine Festnahme 2013, ein Geständnis 2015, ein Urteil über 15 Jahre im April 2016 und eine Entlassung im Sommer 2024. Belegt ist außerdem, dass er im September 2025 aus Algerien in einen Pariser Gerichtssaal zugeschaltet war. Das angebliche Hinrichtungsfoto zeigt einen anderen Mann. Offen bleibt allein das Berufungsverfahren in Frankreich, das im Januar 2027 weitergeht. Wer verlässliche Informationen sucht, hält sich an Gerichtsakten, Behördendatenbanken und geprüfte Faktenchecks. Die Redaktion aktualisiert diesen Artikel, sobald neue belegte Fakten vorliegen.

FAQ – Häufige Fragen

Ist Hamza Bendelladj tot?

Nein. Für einen Tod gibt es keinen einzigen Beleg. Behörden, Gerichte und Nachrichtenagenturen haben nie einen Todesfall gemeldet.

Gibt es eine offizielle Todesursache?

Nein. Ohne belegten Todesfall existiert auch keine Todesursache. Alle kursierenden Angaben dazu stammen aus sozialen Netzwerken. Behörden haben nie eine Erklärung dazu abgegeben, weil es dafür keinen Anlass gab.

Wurde Hamza Bendelladj hingerichtet?

Nein. Computerdelikte sind im US-Bundesrecht keine Kapitalverbrechen. Der US-Botschafter in Algier stellte das öffentlich klar.

Wer ist auf dem angeblichen Hinrichtungsfoto zu sehen?

Das Bild zeigt Majid Kavousifar. Der Iraner wurde 2007 in Teheran öffentlich hingerichtet. Mit Bendelladj hat das Foto nichts zu tun.

Wie lange musste Hamza Bendelladj ins Gefängnis?

Ein Bundesgericht in Atlanta verurteilte ihn am 20. April 2016 zu 15 Jahren Haft und drei Jahren Führungsaufsicht.

Wann kam er frei?

Die US-Gefängnisbehörde führte den 6. Juli 2024 als Entlassungstermin. Im Herbst 2024 meldeten algerische Medien seine Rückkehr.

Wo lebt Hamza Bendelladj heute?

Er lebt wieder in Algerien. Im September 2025 war er von dort per Videokonferenz zu einer Verhandlung in Paris zugeschaltet. Seinen algerischen Reisepass erhielt er im Dezember 2024 zurück.

Was war SpyEye genau?

SpyEye war ein Banking-Trojaner. Die Software las Zugangsdaten fürs Onlinebanking und Kreditkartendaten aus. Ermittler nannten einen Schaden von annähernd einer Milliarde Dollar.

Hat er das gestohlene Geld wirklich gespendet?

Dafür gibt es keinen Beleg. Die Gerichtsakten enthalten dazu nichts. Die thailändische Polizei sprach von Reisen und einem aufwendigen Lebensstil.

Läuft noch ein Verfahren gegen ihn?

Ja. In Frankreich geht es um die Erpressungssoftware PyLocky. Der Berufungstermin wurde auf Januar 2027 verschoben. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

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Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion promiradar.de – sie prüft Gerüchte über angebliche Todesfälle anhand von Gerichtsakten, Behördenquellen und internationalen Faktenchecks.



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